Die meisten denken beim Gärtnern nur an das Frühjahr — im März wird vorgezogen, im Mai
ausgepflanzt, und ab August wirkt das Beet oft schon abgeräumt. Dabei ist der August in
Wahrheit der Startschuss für die dritte Saison: Wo Erbsen, früher Salat oder
die ersten Erdäpfel geerntet sind, wird der Boden frei — und genau dort kommt jetzt Herbst-
und Wintergemüse hinein. Wer im August sät, schließt die Erntelücke von Oktober bis
März, in der der Gemüsegarten sonst leer bleibt.
Hier im Innviertel ist der August dafür ideal: Der Boden ist warm, die Keimung geht schnell,
und winterharte Sorten wie Feldsalat, Spinat oder Winterportulak überstehen
den Frost und liefern frisches Grün, wenn im Handel nur noch Importware liegt. Wir haben die
folgenden zwölf Sorten gemeinsam mit Austrosaat zusammengestellt — schnelle
für den Herbst, winterharte für die kalte Jahreszeit, dazu eine Gründüngung für leere Beete.
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Hier die Sommer-Aussaat mit zehn weiteren Sorten.
Alle Werkzeuge auf einen Blick findest du auf der
Startseite.
💡 Anbau-Tipp
Feldsalat ist
das Wintergemüse schlechthin — winterhart, geerntet wird von
Oktober bis weit in den März hinein. In Österreich heißt er „Vogerlsalat". Er keimt am besten
bei Kühle (unter etwa 20 °C), deshalb sind August und September die ideale Saatzeit. Dicht
säen, 0,5–1 cm tief, Reihe 10–15 cm, Boden nach der Saat gut andrücken. Halbschatten ist kein
Problem. Geerntet werden die kleinen Rosetten samt Herz knapp über dem Boden — bei mildem
Wetter wachsen sie nach.
Quelle: Praxiswissen aus dem Innviertel, abgeglichen mit Heistinger / AGES
Mischkultur:
+ Radieschen
+ Erdbeere
+ Winterportulak
💡 Anbau-Tipp
Winterportulak — auch Postelein oder Tellerkraut — ist
extrem winterhart und
liefert frisches Grün mitten im Winter, wenn sonst kaum etwas wächst. Der Geschmack ist mild
und leicht nussig, die Blätter stecken voller Vitamin C. Nur dünn mit Erde bedecken (rund
0,5 cm), Reihe 15 cm. Er bevorzugt sogar den Halbschatten und keimt zuverlässig erst, wenn es
kühler wird — deshalb erst ab Spätsommer säen. Geerntet werden Blätter samt Stiel; die Pflanze
treibt immer wieder nach.
Quelle: Praxiswissen aus dem Innviertel, abgeglichen mit Heistinger / AGES
Mischkultur:
+ Feldsalat
+ Radieschen
+ Spinat
💡 Anbau-Tipp
Der Wiener Runder Kohlschwarzer ist eine
Wiener Traditionssorte aus
eigener Austrosaat-Züchtung — herzhaft scharf, sehr gut zur Winter-Lagerung im Sandbett
im kühlen Keller. Aussaat 1–2 cm tief, Reihen 25 cm, Pflanzabstand 15–20 cm. Wichtiger
Trick:
einige Reihen Pflücksalat dazwischen säen — Salat ist
Erdfloh-Lockvogel und schützt den Rettich. Topf-Tiefe mindestens 30 cm, sonst wird die
Knolle nicht groß genug. Erntereif ca. 80 Tage nach Aufgang.
Quelle: Heistinger BOKU · Austrosaat-Sortenporträt · Bedlan (Erdfloh-Schutz)
Mischkultur:
+ Salat
+ Spinat
+ Bohne
− Gurke
💡 Anbau-Tipp
Die Stoppelrübe ist ein klassisches
Wintergemüse — botanisch ident mit
dem Mairübchen, nur die Aussaat-Zeit ist eine andere (Mairübchen im Frühjahr, Stoppelrübe
im Spätsommer). Aussaat 1–2 cm tief, Reihe 25 cm, Abstand 10 cm. Ronde Witte Roodkop
bildet eine weiß-rot-violette Knolle mit mildem, leicht süßlichem Geschmack — gerieben
roh im Salat, geschmort als Beilage.
Stark angehäufelt im Beet ist sie
überwinterungsfähig — frische Wurzeln bis ins Frühjahr. Heistinger nennt sie das
„vergessene Wintergemüse", das man unbedingt wieder anbauen soll.
Quelle: Heistinger BOKU (Wintergemüse-Handbuch) · Arche Noah
Mischkultur:
+ Erbse
+ Salat
− andere Kohl-Arten
💡 Anbau-Tipp
Rhubarb Chard hat
leuchtend rote Stiele, die das Beet visuell aufwerten
und beim Servieren etwas hermachen. Aussaat 2–3 cm tief, Reihe alle 40 cm, Pflanzabstand
30 cm — Mangold mag Platz. Wer Anfang August sät, kann mit Vlies-Abdeckung bis weit in den
Dezember pflücken: immer nur die äußeren Blätter ernten, Pflanze wächst stetig nach.
In Vorarlberg und Tirol heißt er übrigens „Krautstiel" — uralter Garten-Klassiker.
Topf-Mindesttiefe: 30 cm, dann auch Balkon-tauglich.
Quelle: Pelzmann · Heistinger · Bedlan (Cercospora-Blattflecken)
Mischkultur:
+ Radieschen
+ Bohne
+ Karotte
− Spinat
💡 Anbau-Tipp
Kagraner Sommer 2 ist eine
österreichische Züchtung — über Jahrzehnte an
das hiesige Klima angepasst. Das Ergebnis:
schoss-fest auch bei Hitze,
bildet auch im Spätsommer feste Köpfe statt schnell in die Blüte zu schießen. Direktsaat
0,3 cm tief, dünn streuen, später auf 25–30 cm vereinzeln. Im Innviertel sagt man dazu
„Häuptlsalat". Wer Salat noch dichter pflanzen will: vorziehen am Fensterbrett und nach
zwei Wochen ins Beet pflanzen — dann ist der Reihen-Abstand exakt einhaltbar.
Quelle: Austrosaat-Sortenporträt · Heistinger (Handbuch Bio-Gemüse)
Mischkultur:
+ Radieschen
+ Karotte
+ Erdbeere
− Petersilie
💡 Anbau-Tipp
Nuance ist eine
Profisorte mit dicht gefülltem Kopf und weniger
Bitterstoffen als klassische Endivien — angenehmer Geschmack im Herbst-Salat. Aussaat
0,5 cm tief, Reihe 35 cm. Der Trick gegen Bitterstoffe: die äußeren Blätter zwei Wochen
vor der Ernte oben zusammenbinden (Selbst-Bleichung) — das Innere wird hell und mild.
Endivie liebt kühles Wetter — Anfang-August-Aussaat passt perfekt für die Herbst-Ernte ab
September. Frostverträglich bis -5 °C.
Quelle: Pelzmann · Austrosaat-Sortenhandbuch · Heistinger
Mischkultur:
+ Karotte
+ Bohne